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Liebe alle
Mir kommt die Geschichte von Ellen wie eine verspätete Weihnachtsgeschichte vor, die im Spätsommer des letzten Jahres begann.
Trans Menschen stehen mittlerweile weltweit unter Beschuss. Manche halten die Situation in ihrem Land, das sie unterdrückt, entrechtet, von Gewalt bedroht und nicht anerkannt, nicht mehr aus und suchen Schutz in der Schweiz.
Eine von ihnen ist die 25-jährige Ellen. In einem Hilferuf per Mail u.a. an queerAlternBern schrieb sie von ihren Nöten und Schwierigkeiten in der Flüchtlingsunterkunft. Sie bat aber auch darum, ihr doch zu helfen, Kleider zu besorgen, die erstens zu ihrer Person passe und zweitens auch etwas wärmer sind als das Wenige, das sie habe.
Ursula Dischler und Henry Hohmann lernten Ellen persönlich kennen und unterstützten sie mit Kleidung und auch Wandersachen, damit sie an einem trans Wanderwochenende teilnehmen und so soziale Kontakte knüpfen konnte. Zudem konnte Henry dank seinen Kontakten einen Juristen vermitteln, der Ellen weiterhin betreut.
Inzwischen ist Ellen aus der Region Bern in die Nähe von Zürich verlegt worden, hat also ihren (momentanen) Lebensmittelpunkt in Zürich. Mittlerweile hat sie auch ihre körperliche Transition vorangetrieben und steht inzwischen vor dem grossen Problem der Bartepilation – für eine Person aus einem südlichen Land mit dunklem und schnell wachsendem Bart eine enorme Herausforderung. Für die meisten trans Frauen sind Bartwuchs und auch die Stimme viel wichtigere Themen als die geschlechtsangleichende Operation. Mit Bart und tiefer Stimme outet man sich schnell einmal, was bei der heutigen queerfeindlichen Stimmung rasch gefährlich sein kann. Und Henry ergänzt: «Heutzutage als trans geoutet werden, ist nicht nur unangenehm, sondern für mehr und mehr trans Personen höchst gefährlich – auch hier in der Schweiz!».
Hier der Link zum Spendenaufruf
Ich würde mich freuen, wenn wir Ellen dabei unterstützen könnten, ihren Weg in ihr richtiges Leben zu gehen. Ursula, Henry und ich haben den von Ellen selbständig gestarteten Spendenaufruf unterstützt und teilen ihn gerne. «Es wäre toll, wenn wir als Community das mittragen könnten», meint Ursula. Und Henry ergänzt, dass sich Ellen damals mit ihrem Hilferuf an mehrere Organisationen gewandt, «aber eigentlich nur von queerAlternBern Unterstützung erhalten habe – durch «Queer hilft Queer» und den Einsatz von verschiedensten Mitgliedern».
Herzlichst und es guets Nöis Daniel Frey, Co-Präsident
PS: Und an dieser Stelle findest du auf unserer Webseite alle Informationen zu «Queer begleitet Queer». Melde dich doch, wenn du einerseits Unterstützung brauchst oder begleiten möchtest. |