|
Liebe alle
Wichtig bei queerAltern Bern sind sicher immer wieder Tipps fürs Leben als Rentner*innen – obschon ja viele unserer Mitglieder bei diesem Thema schon Profis sind. Trotzdem interessiert uns ein entsprechender Artikel in den aktuellen Tamedia-Zeitungen. Dieser ist mit «Auf keinen Fall sollte man mit Vollgas in die Pension gehen» überschrieben. Interviewt wird die Autorin, Trainerin und Coach Iris Seidenstricker, die eben für Menschen in der Lebensphase «Pensioniert» Tipps strickt. (Mensch bemerke das Wortspiel Iris Seidenstricker «strickt» Tipps!)
Im Lead zum Interview zu den «Tipps fürs Leben als Rentner» (frau bemerke, dass da die Zeitung nicht gendert) wird erklärt, dass, Zitat, «im Schnitt Schweizerinnen und Schweizer nach dem Arbeitsleben noch gut 20 Jahre vor sich haben» (mensch bemerke, dass die Zeitung nicht-binäre Menschen ausschliesst). Das sei für viele eine Herausforderung – und meint damit eben die Zeit nach der Pensionierung und nicht das Gendern!
Ob es eine Art Glücksformel für die Zeit nach der Pensionierung gebe, ist eine der Fragen an Iris Seidenstricker. «Ja», sagt die Expertin: «Wohlbefinden und Energie entstehen für die meisten Menschen aus dem Spannungsverhältnis zwischen Verpflichtung und Freiheit. Ein Leben ohne Anstrengung ist häufig nicht der Weg zum Glück. Meiner Erfahrung nach brauchen wir in jeder Lebensphase Aufgaben, die Freude und Sinn machen und Anerkennung geben.»
Menschen würden Rituale brauchen – wie etwa aufstehen, zur Arbeit fahren, berufliche Termine einhalten, solche Sachen eben. «Wie schafft man sich nach der Pensionierung einen vergleichbaren Rhythmus?», ist eine weitere Frage an Iris Seidenstricker. Dafür gebe es ein bewährtes Rezept, ist sich die Expertin sicher und sagt: «Ich empfehle jedem, sich einen persönlichen Aktionsplan zu erstellen, der hilft, dem neuen Lebensabschnitt wieder eine Struktur zu geben».
Auch wenn ich mir eigentlich vorgenommen habe, nach der Pensionierung keine To-Do-Liste mehr zu führen, stehen für heute sechs Punkte auf dieser Liste, die notabene vor allem meinen queeren Aktivismus betreffen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich die To-Do-Liste nur deshalb führe, weil mensch im Alter immer vergesslicher wird.
Bevor wir aber jetzt zur Tagesordnung übergehen und uns den anschliessend aufgeführten Aktivitäten unseres Vereins widmen, möchte ich noch Lisa Zürcher zitieren, deren Kommentar mich zum Schmunzeln brachte: «Ok, ich habe mich 42 Jahre um Erfolg im Beruf bemüht. Und jetzt soll ich auch noch ein erfülltes Rentnerleben führen?»!
In diesem Sinne Daniel Frey
PS: Punkt «Newsletter verschicken» auf der To-Do-Liste abgeschlossen und nun den nächsten Punkt «ins Fitness aufraffen» in Angriff nehmen. |