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Liebe alle
Lea Blattner ist jung und politisch aktiv – und sie outete sich vor einem Jahr als lesbisch. So weit, so gewöhnlich. Doch Lea politisiert(e) in einer Partei mit Namen «Evangelische Volkspartei», kurz EVP. «Oha, das geht schief», dachte ich, als ich im Januar dieses Jahres erstmals von dieser Geschichte las. Und tatsächlich: Lea Blattner wurde schlussendlich von der «Nächstenliebe» der EVP im Stich gelassen.
Am vergangenen Montag dann die Schlagzeile: «Lea Blattner wechselt zu den Grünen!». Gemäss Medienbericht sei für den Parteiwechsel entscheidend gewesen, dass in der EVP unterschiedliche «theologische Überzeugungen» weiterhin Platz haben sollen. So war etwa in der EVP-Postille zu lesen: «Die EVP ist eine Partei, in der unterschiedliche persönliche und auch theologische Überzeugungen Platz haben». Dies sei kein Problem, sondern Teil der Identität der Partei.
Das bedeutet: Eine theologische Haltung, die Homosexualität als Sünde bezeichnet, wird innerhalb der EVP weiterhin geduldet – was notabene den Nährboden für Diskriminierung schafft.
Für Lea Blattner hätte ein Verbleib in der EVP bedeutet, diese fragwürdige Haltung mitzutragen oder zumindest zu legitimieren. «Das kann und will ich nicht», wird sie von verschiedensten Zeitungen zitiert. Hass gegenüber ihr zu verurteilen, sich aber gleichzeitig nicht von der dahinterstehenden Queerfeindlichkeit zu distanzieren, ist heutzutage sowieso mehr als fragwürdig und hat schlussendlich weder mit einer theologischen Überzeugung noch mit der in diesem Zusammenhang vielgepriesenen Meinungsfreiheit etwas zu tun.
Ich freue mich nun darüber, dass Lea Blattner ganz offenbar der Politik treu bleibt und sich weiterhin einsetzt. Es gibt nämlich in Sachen «Nächstenliebe» auf dem politischen Parkett noch viele Baustellen. Das Verbot von sogenannten Konversionstherapien beispielsweise.
Themawechsel:
Am Mittwoch vor Auffahrt, am 13. Mai, findet ab 16 Uhr im Bierhübeli unser nächster QUEER TEA DANCE statt. Nutzt – damit die Party diesmal auch tatsächlich stattfindet – unbedingt den Vorverkauf hier.
Und noch VOR dem QUEER TEA DANCE findet am Samstag, 9. Mai um 14.15 Uhr im Schloss Thun eine Führung zur Geschichte der Kyburger statt. Weitere Infos und das Anmeldeformular findest du hier. Die Zahl der Teilnehmenden ist beschränkt – also unbedingt jetzt anmelden.
Reserviere bereits jetzt den Freitagnachmittag vom 26. Juni. Da wird uns Daniel Furter – ehemaliger Museumsleiter und jetzt Geschäftsleiter von Pink Cross – einen Einblick in die Geschichte des Schloss Burgdorf geben und uns durch das Museum führen. Weiter Infos hierzu folgen!
Herzlichst Daniel Frey |