Biennale in Venedig: «The Unfinished Business of Living Together»

Die Arbeitsgruppe des diesjährigen Schweizer Pavillons an der Kunstbiennale in Venedig stellt im Zürcher Kino Xenix ihr Projekt «The Unfinished Business of Living Together» mit einem Vortrag und zwei Filmen vor, die das Team beeinflusst haben und sie mit eingeladenen Filmemacher*innen diskutieren. Einer der beiden Filme ist «Zwätschgegrill», den die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern HAB Anfang der 1980er-Jahre gedreht haben.
Freitag, 29. Mai 2026, 18 Uhr
Kino Xenix, Kanzleistrasse 52, Zürich
Anschliessend – um 20 Uhr – zeigt das Kino Xenix den «Zwätschgegrill» in voller Länge (50 Min.).
Es beginnt mit Stimmen aus einer Folge der Schweizer Fernsehsendung «Telearena» aus dem Jahr 1978, in der das sogenannte Problem der Homosexualität öffentlich und kontrovers im Live-Fernsehen diskutiert wurde. Dies war eine der ersten Gelegenheiten, bei denen Menschen, die sich als homosexuell identifizierten, eine Stimme in der Mainstream-Öffentlichkeit erhielten und damit Koalitionen zwischen lesbischen und schwulen Gemeinschaften in der ganzen Schweiz initiierten.
Für das Team sind die Herausforderungen des Zusammenlebens auch fünfzig Jahre später noch ungelöst, und Versuche des sozialen Wandels stehen weiterhin im Wettbewerb mit etablierten Normen und institutionalisierten Systemen der Ausgrenzung und des Schweigens. Eine Präsentation mit historischen Community-Filmen und Ausschnitten aus der neuen Produktion des Pavillons.
«Zwätschgegrill oder Der gehörige Abstand zwischen den Badetüchern»
Bern in den 1980er-Jahren. Auf den Holzpritschen des Männerabteils im Marzilibad sonnen sich diskret Männer auf der Suche nach Kontakten. Das sogenannte Bermuda-Dreieck bietet einen Ort, wo Schwule, für andere Badegäste weitgehend unsichtbar, ihre Badetücher nach selbst auferlegten Regeln ausbreiten. Die erste Gay Pride der Schweiz fand 1979 in Bern statt, mit organisiert von den HAB. Sie setzte sich für die schwule Emanzipation ein. Dazu gehört auch dieser Film.
«Zwätschgegrill» – in der schwulen Subkultur Berns ist anstelle von «Tunte» auch «Zwätschge» gebräuchlich – erzählt Geschichten über die Vergnügen des homosexuellen Mannes in den 1980ern: dilettantisch, sexistisch, polymorph-pervers, narzisstisch und jugendgefährdend.

