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Liebe alle
Ich sitze in meinem Wohnzimmer am Esstisch und tippe diesen Text. Drehe ich meinen Kopf nach rechts (ausgerechnet) sehe ich das Bundeshaus im Licht der Sonne. Und da im Moment in diesem Haus die Herbstsession stattfindet und ich auf meinen doch politischen Text des letzten Newsletters positive Feedbacks erhalten habe, erlaube ich mir, mich doch auch heute politisch zu äussern.
Aus dem Nationalratssaal postet während der Herbstsession via WhatsApp regelmässig unsere Nationalrätin Anna Rosenwasser (sehr interessant, danke Anna dafür). Vor ein paar Tage machte Anna ein spannendes Zahlenbeispiel: «Von den insgesamt 246 Parlamentarier*innen sind 40 der Lobbygruppe «Landwirtschaft» allgemein zuzurechnen; und sogar 91 Parlamentarier*innen haben einen Bezug zur Landwirtschaftsbranche». Annas Kommentar dazu kann ich nur zustimmen: «Crazy Zahlen!».
Lobbywatch spinnt diese Rechnung noch weiter: «Angesicht der Tatsache, dass lediglich zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung in diesem Sektor tätig sind, ist der Einfluss der Landwirtschaft überproportional gross». Es ist also nicht verwunderlich, dass in «Sparzeiten» die Bundesbeiträge an die Landwirtschaft nicht sinken und doch eher bei sozialen Themen gespart wird.
Gehen wir davon aus, dass zwischen zehn und 15 Prozent der Menschen lesbisch, schwul, bisexuell oder trans* sind, müssten eigentlich im Bundeshaus mehr «offen» queere Parlamentarier*innen als gerade eine Handvoll sitzen.
Bleiben wir noch kurz im Bundeshaus und bei Zahlen – und kommen zu einem Thema, das vor allem gerade auch die Senior*innen über 65 betrifft. In einer Fragestunde im Nationalrat am vergangenen Montag gab der Bundesrat bekannt, dass die Hitze in diesem Sommer bei über 65-jährigen Personen in der Schweiz zu rund 570 Todesfällen mehr als im mehrjährigen Vergleich erwartet geführt habe, was notabene zu einer Erhöhung der Mortalität um vier Prozent entspreche.
Besonders auffällig waren laut Bundesrat zwei Zeiträume mit Übersterblichkeit: Ende Juni lag die Sterblichkeit etwa 15 Prozent über dem für diese Jahreszeit erwarteten Wert, Anfang August rund 13 Prozent. Diese Phasen fielen laut Landesregierung mit den ausgeprägtesten Hitzeperioden des Sommers 2026 zusammen.
Und nun? Die Landesregierung versichert, dass ein Aktionsplan für eine Anpassung der Schweiz an den Klimawandel noch dieses Jahr verabschiedet würde – die Verantwortung für den Schutz verletzlicher Bevölkerungsgruppen aber von Bund und Kantonen gemeinsam getragen werde.
Sport hilft immer! Und gerade heute hat bei QUEER&FIT ein neues Semester begonnen. Das sei ein guter Zeitpunkt jetzt einzusteigen. QUEER&FIT findet wöchentlich im Institut für Sport und Sportwissenschaft statt. Seit dem Start der Turngruppe sei diese auf 20 Turner*innen gewachsen, die sich unter professioneller Begleitung regelmässig sportlich abmühen bewegen. Und es habe noch Platz für weitere Teilnehmende aus den Reihen unseres Vereins. Alle Infos zu «QUEER&FIT» gibt es hier auf unserer Webseite.
Beste Grüsse unter dem Regenbogen Daniel Frey
PS: Und in diesem Moment flattert eine aktuelle Medienmitteilung unserer Dachverbände in mein Mail-Postfach rein: Wer wegen seiner sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz diskriminiert wird, bleibt weiterhin ungenügend geschützt. Der Ständerat hat die Motion 23.3238 «Gleichstellungsgesetz präzisieren» abgelehnt und lässt damit eine seit Jahren bekannte Rechtslücke bestehen. Die LOS, Pink Cross, TGNS und Network kritisieren den Entscheid, mit dem die Arbeitswelt leider für viele Menschen weiterhin ein unsicherer Ort bleiben wird.
Das Gleichstellungsgesetz verbietet Benachteiligungen im Erwerbsleben aufgrund des Geschlechts. Das Bundesgericht hielt jedoch 2019 fest, dass Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung nicht darunterfallen. Gerade dieser Schutz wäre aber für lesbische, schwule und bisexuelle Arbeitnehmende wichtig, damit sie am Arbeitsort oder bei der Anstellung nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt werden. |