Grundsteinlegung in Zürich für Alterswohnungen für queere Menschen

Ende Januar berichtete der Tages Anzeiger über die Grundsteinlegung für den Bau von Alterswohnungen für queere Menschen in Zürich – was es dringend brauche, wie Barbara Bosshard, Präsidentin des Vereins queerAltern Zürich, dem «Tagi» bestätigen durfte.
Eigentlich – so schreibt der «Tagi» – sei ja eine Grundsteinlegung für neue Alterswohnungen in der Stadt Zürich nichts Besonderes mehr. Aber im Fall Espenhof Nord hingegen eben schon: eines der drei Wohnhäuser mit 26 Einheiten ist für queere Menschen reserviert. Auch in den drei Pflegewohngruppen der Gesundheitszentren, die zur Siedlung gehören, sollen künftig vor allem queere Menschen leben – ein Pionierprojekt für die Schweiz und die Stiftung Alterswohnungen (SAW).
Es war 2018 als der Verein queerAltern in Zürich mit der Idee an den Zürcher Stadtrat herantrat. Letzte Woche setzte Vereinspräsidentin Barbara Bosshard mit dem städtischen Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri (GLP) und den Verantwortlichen der SAW sowie der Gesundheitszentren den Grundstein für das Areal mit 138 Wohnungen. Bezug ist 2028.
Und einmal mehr musste Barbara Bosshard im Interview erklären, warum eben Alterswohnungen für queere Menschen wichtig sind: «Im Alter möchten wir uns nicht mehr immer erklären müssen und uns unangenehme Fragen gefallen lassen».
«Ich wurde oft gefragt, ob mein Mann schon verstorben sei. Da wird nicht überlegt, was es alles für Lebensformen gibt. … Ich will auch nicht ständig mit Enkelkinderfotos konfrontiert werden – für meine Generation frauenliebender Frauen war das Thema Kinder ohne Mann ja gar nicht möglich.»
Wie Barbara Bosshard im Interview ausführt, war der Zürcher Stadtrat sofort offen für die Idee von queeren Alterswohnungen, es habe wunderbar in die Altersstrategie 2035 der Stadt Zürich gepasst. Und das ist doch wunderbar! Diese Offenheit gegenüber queeren älteren und alten Menschen erleben wir ja auch in der Stadt Bern.
«Wer sich im Espenhof auf besagte Wohnungen bewirbt, muss ausweisen, dass er zur queeren Community gehört. Das sieht das bisherige Anmeldeformular nicht vor. Die Stadt wird dafür ein Formular kreieren müssen, auf dem nicht heteronormativ lebende Menschen sich als queer bezeichnen und sich für die queere Liegenschaft bewerben können. Ansonsten gelten dieselben Bedingungen wie bei anderen Alterswohnungen – 60-jährig, zwei Jahre in der Stadt wohnhaft und steuerpflichtig sowie eine Einkommens- und Vermögensobergrenze.»
→ Medienmitteilung «Grundstein für visionäres Wohnen im Alter»

